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Baustelle Online-Marketing

 

Eine gute Online-Präsenz ist wichtig, aber nicht alles. Eine Unternehmens-Website allein nützt wenig, wenn man diese nicht richtig aktiv nutzt, sie z.B. in Suchmaschinen nicht gefunden wird bzw. wenn sie grundsätzlich der Zielgruppe nicht bekannt ist. Das häufig nur rudimentäre Wissen um Zusammenhänge und Wirkungsweisen im Bereich Online sorgt häufig für ineffiziente Nutzung und Vergeudung von Resourcen. Eine der Schwachstellen liegt zunehmend in der Wissens-/Verständniskluft, die zwischen den Generalisten (Marketing-Entscheidern/-Verantwortlichen/ Projektmanagern) und den Spezialisten zu beobachten ist.

 

 

Weiterbildung ist das Gebot der Stunde, wobei die Belegung von zwei Tages-Seminaren und des einen oder anderen Vortrags kaum reicht und eher die Verwirrung erhöht. Da in der Regel Marketingbudgets begrenzt sind, geht es darum unterschiedliche Instrumente und Maßnahmen hinsichtlich ihres Wirkungsbeitrags richtig einzuschätzen und einen vernünftigen Mix zu finden. Denn dem Grundsatz „Wer alles macht, macht nichts richtig“ entsprechend, kann man ohne große Mühe viel Geld verbrennen.

 

Es ist bestechend, was alles an Daten und Informationen über die Online-Nutzung vorliegt. Damit hat man natürlich eine Basis, aber nicht mehr. Hier eine Übersicht (gefunden auf Gründerszene.de in einem Artikel von Burkhard Leimbrock):

 

„Deutsche Bürger nutzen im Durchschnitt drei verschiedene Geräte und sind im Durchschnitt täglich 111 Minuten online. Die Internetnutzung in Deutschland sowie die Breitbandnutzung nehmen zu. Laut dem OVK Report 2/2014 (Online-Vermarkterkreis (OVK) im BVDW) nutzen 76,6 Prozent der deutschen Bevölkerung das Internet, wobei es dabei natürlich demografische Unterschiede gibt. Immerhin 41 Prozent der über 60-Jährigen sind online. In der Altersgruppe 50-59 sind mittlerweile schon knapp 80 Prozent im Internet unterwegs und nutzen dabei vorrangig Tablets. Die unter 20-Jährigen sind bis zu drei Stunden täglich online.

 

Bei Männern stehen laut den aktuellen AGOF Internet Facts Sportergebnisse und -berichte an oberster Stelle, dicht gefolgt von der Kategorie Flirten und Kontakte. Die weiblichen Internetuser interessieren sich hauptsächlich für Horoskope, Promis, Familienthemen sowie Essen und Trinken. 61 Prozent der Internetnutzer geben an, sich für Bücher zu interessieren. Die Produktgruppen Körperpflege, Schuhe, alkoholfreie Getränke, Urlaub und Eventtickets zählen ebenfalls zur Top-10 Liste.

 

Laut der ARD/ZDF-Onlinestudie sind 79 Prozent der Onliner täglich über ein mobiles Endgerät im Internet und 55 Prozent nutzen Apps. Dabei stehen Anwendungen für die Kommunikation, wie zum Beispiel E-Mails, Messenger und Social Apps, ganz oben auf der Beliebtheitsskala, dicht gefolgt von Navigationsanwendungen und News-Apps. Eine aktuelle Umfrage bei über 1.000 Smartphone- und Tablet-Nutzern ergab, dass 80 Prozent auf diesen Geräten Suchmaschinen benutzen. Unter den Tablets dominiert Apple mit seinem iOS-Betriebssystem mit circa 65 Prozent. Android-basierte Tablets folgen mit 33 Prozent.

 

Von Januar bis Oktober 2014 lag der Marktanteil von Onlinewerbung laut Nielsen bei 10,8 Prozent. Die Gesamtumsätze von Online-Werbung in Deutschland werden im Jahr 2015 von PwC auf 5,93 Milliarden Euro geschätzt. Laut dem Adobe Digital Index Q3 aus 2014 stiegen die Ausgaben für SEA (Search Engine Advertising) in Europa im Jahresverlauf um 32 Prozent. Wobei Google mit einem Marktanteil von 95 Prozent in Deutschland immer noch die wichtigste Suchmaschine ist.

 

Durch die verschiedenen Geräte wie PC, Laptop, Tablet oder Smartphone sind auch die Werbeformate vielfältiger geworden. Besonders populär sind laut einer Nielsen Studie die Formate Wallpaper, Billboard und Pre-Roll. Letzteres Format spiegelt das wachsende Interesse an Bewegtbild wieder. Video-Inhalte verlängern die Besuchszeit auf einer Webseite um circa zwei Minuten und erhöhen die Kaufwahrscheinlichkeit um 64 Prozent. Zudem eignen sie sich hervorragend für das Social Sharing.“

 

Soweit ein paar Fakten, man könnte das noch seitenweise fortsetzen. Und eigentlich müßten wir jetzt das Ganze noch anreichern um alle Informationen rund um die Nutzung der „klassischen“ Medien wie TV, Radio, Print oder Outdoor. Und die Infos rund um Social Communities, E-Mail-Nutzung, SMS etc. etc. etc.

 

Daten sammeln ist eins, sie richtig zu interpretieren und vor allem sie in den richtigen Context bezogen auf die eigene Zielgruppe und die eigenen Marketing-Zielsetzungen zu bringen, bringt uns zurück zum Anfang. Was wirkt wie und welcher Mix hilft, die spezifischen Zielsetzungen zu erreichen? Die diversen Spezialisten werden bezogen auf ihr Spezialgebiet immer schlagende Argumente haben, die sie zusätzlich mit der ihnen eigenen Terminologie interessant machen. Das Lesen diverser Fachartikel verdeutlicht zusätzlich die Problematik. Täglich tauchen neue „Fachbegriffe“ und Abkürzungen auf, ein Hype jagt den anderen. In Diskussionen mit jungen Onlinern wird mit angesagten BUZZ-Wörtern um sich geworfen, häufig ohne wirklich etwas davon zu verstehen. Die wenigsten wissen wie das Internet funktioniert, haben von Zusammenhängen keine Ahnung. Kurz, auf der Ebene der Marketing-Verantwortlichen und vor allem der Projektmanager muß dringend in eine richtige Aus- und Weiterbildung investiert werden. Nur so kann man das sinnlose Verbrennen von Geld vermeiden, das Vorgehen nach dem Prinzip Trial & Error eindämmen und den Spezialisten adäquate Gesprächspartner gegenüberstellen. Und genau dafür gibt es den berufsbegleitenden hochschulzertifizierten Studiengang Online-Marketing der Akademie für Marketing-Kommunikation. Nächster Start: 23. Januar 2015.  

 

19. Dezember 2014 von Mike Barowski (Consultant)

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